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PROJECT DETAILS

GENRE:: SOFTWARE
CONCEPT: CHRISTIAN MAHLER
PROGRAMMING: CHRISTIAN MAHLER
DATE: 01/2006



ABSTRACT  

PAUL VIRILIO://
DER RAUM IST KEIN GEOGRAFISCHER RAUM, SONDERN EIN RAUM DER ZEIT.


Film ist die Quantisierung des Raumes in der Fläche über die Zeit. Versucht man die Daten nicht als Film zu begreifen, sondern eben als Daten von Raum und Zeit, so gibt dies die Freiheit, die Daten unterschiedlich zu interpretieren. Vertauscht man etwa die Raum- und Zeitachsen, indem pro Frame nur eine einzelne vertikale Pixellinie genommen und neben der gleichen des Nachbarframes dargestellt wird
, ergeben sich ungewohnte Ansichten in die Funktionsweisen unserer technischen Medien. Das Unterdrücken der dritten Dimension öffnet das Tor zur vierten und lässt uns endlich verstehen, wieso es Neo in der Matrix gelingt, die Flugbahn eines Projektils zu sehen - durch einfaches Vertauschen der Raum- und Zeitachse. Oder einfacher: Stapelt man alle Bilder einer Filmsequenz übereinander zu einem Block, sieht man von der Seite die Zeit. Befindet man sich im Block, kann man in ihr agieren wie in einem Raum. Analoge Vorläufer dieser Technik finden sich in der sogenannten Slitscannfotografie. Hier wird der Film im Apparat nur linienweise belichtet und während eines Ereignisses, etwa einem Zieleinlauf bei einem Wettlauf, hinter einem Schlitz transportiert. Im digitalen Kontext wird diese Technologie des zeilenweisen Darstellens von Zeitverläufen häufig genutzt, um grafische Darstellungen von Filmarchiven zu generieren und somit die Zugriffsgeschwindigkeit zu erhöhen. In diesen Darstellungen wird deutlich, ob sich Kamera oder Objekt bewegt haben (Statisches wird zur Linie, Dynamisches zum Objekt). Interessant ist, dass die Technik die Richtung von Objekten aufhebt. Läuft etwa ein Fußgänger an einer Kamera vorbei, wird, egal ob er von links oder rechts kommt, zuerst die Nase und zuletzt der Hinterkopf gescannt. Auf dem Bild wird er also immer nach links schauen, wenn dort die erste Pixellienie geschrieben wird.


CASE STUDIES
Der Maschinenmensch Maria öffnet die Augen. Auf dem Slitscan wird der Bogen des Augenlides in der Zeit sichtbar. Haare, Augenbrauen und Kinn werden zu Linien. Das "Zittern" der Linien beruht auf dem unkonstanten Bildstand des Films.

Bewegungen werden zu Objekten. Der Raum selbst löst sich bei statischer Kamera in der Fläche auf.

Bewegungsrichtungen werden egalisiert, da hier links die Vergangenheit und rechts die Zukunft liegt.

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Bewegt sich die Kamera konstant, ist es möglich Raumzeit-Panoramen geografischer Strukturen zu generieren. Wenn Phileas Fog auf seiner 80 Tage dauernden Reise um die Welt von Jules Verne eine DV-Kamera in die Hand bekommen hätte, wäre das Panorama der Reise 172.800.000 Pixel breit.

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